Was ein Abriss kostet und woraus sich der Preis zusammensetzt
Abbruchkosten schwanken stark. Dieser Überblick zeigt, welche Faktoren den Preis treiben und wo die typischen Nachträge lauern.
Die übliche Kalkulationsgrundlage
Abbruchangebote werden meist je Kubikmeter umbauten Raums kalkuliert. Für ein normales Wohnhaus liegen die Spannen je nach Region, Bauweise und Zugänglichkeit etwa zwischen 60 und 120 Euro je Kubikmeter, ohne Schadstoffsanierung und ohne Keller.
Diese Zahl allein sagt wenig. Entscheidend ist, welche Leistungen darin enthalten sind. Zwei Angebote mit demselben Kubikmeterpreis können sich im Endbetrag um den Faktor zwei unterscheiden, wenn eines die Entsorgung enthält und das andere nicht.
Verlangen Sie deshalb ein Leistungsverzeichnis mit Einzelpositionen. Erst damit werden Angebote vergleichbar.
Was den Preis nach oben treibt
Der größte Einzelfaktor ist die Schadstoffbelastung. Asbesthaltige Materialien, alte Mineralwolle und teerhaltige Kleber verlangen Schutzmaßnahmen, sachkundiges Personal und Entsorgung als gefährlicher Abfall. Das kostet ein Vielfaches der normalen Entsorgung.
Der zweite Faktor ist die Zugänglichkeit. Ein freistehendes Haus mit Zufahrt für Sattelzüge ist deutlich günstiger als ein angebautes Gebäude in der Altstadt, bei dem jeder Container rangiert werden muss und erschütterungsarme Verfahren nötig sind.
Dritter Faktor ist die Entfernung zur Entsorgungsanlage. Transportkosten schlagen je Tonne durch, und bei einem Wohnhaus fallen schnell mehrere hundert Tonnen an.
Positionen, die häufig fehlen
Der Fundament- und Kellerrückbau wird oft separat kalkuliert oder gar nicht erwähnt. Prüfen Sie ausdrücklich, ob Bodenplatte, Streifenfundamente und Kellersohle im Angebot stehen.
Ebenfalls häufig ausgeklammert: die Verfüllung der Grube samt Material und Verdichtungsnachweis. Ohne diesen Nachweis bekommen Sie beim Neubau Probleme mit dem Prüfstatiker.
Dritter Klassiker sind die Entsorgungsgebühren. Manche Angebote nennen nur die Abbruchleistung und rechnen die Entsorgung nach Wiegeschein ab. Das ist zulässig, muss aber im Angebot stehen.
Wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen
Holen Sie mindestens drei Angebote ein und geben Sie allen dieselben Unterlagen: Baujahr, Kubatur, Schadstoffkataster, Lageplan und Fotos. Nur bei identischer Grundlage sind die Zahlen vergleichbar.
Prüfen Sie bei jedem Angebot dieselben Punkte: Ist die Entsorgung enthalten? Sind Keller und Fundament dabei? Steht die Verfüllung drin? Wie wird mit Mehrmengen umgegangen? Wer trägt das Risiko unerwarteter Funde?
Ein auffällig günstiges Angebot ist selten ein Schnäppchen. Meist fehlen Positionen, die später als Nachtrag kommen, wenn die Baustelle schon läuft und Sie den Anbieter kaum noch wechseln können.
Häufige Fragen
Was kostet der Abriss eines Einfamilienhauses?
Ohne Schadstoffsanierung liegen die Gesamtkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus meist zwischen 15.000 und 35.000 Euro. Mit umfangreicher Asbestsanierung kann sich der Betrag verdoppeln. Verbindlich ist nur ein Angebot auf Grundlage einer Objektbesichtigung.
Warum ist Asbestentsorgung so teuer?
Asbesthaltiges Material ist gefährlicher Abfall. Es verlangt sachkundiges Personal, Schutzausrüstung, teils Abschottung mit Unterdruckhaltung, staubdichte Verpackung und Beseitigung auf einer zugelassenen Deponie mit Nachweisverfahren. Jeder dieser Schritte kostet.
Gibt es Förderung oder Zuschüsse für einen Abriss?
Bundesweit einheitliche Abbruchförderung gibt es nicht. Einzelne Länder und Kommunen fördern den Rückbau von Leerstand oder die Beseitigung von Schrottimmobilien. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde und der Landesförderbank nach den aktuellen Programmen.
Kann ich selbst abreißen, um Kosten zu sparen?
Bei kleinen verfahrensfreien Bauten wie einem Carport ist Eigenleistung denkbar. Sobald Schadstoffe im Spiel sind oder tragende Bauteile betroffen sind, ist das weder erlaubt noch sinnvoll. Die Entsorgung als Privatperson ist zudem oft teurer als über den Fachbetrieb.