Bauschutt richtig entsorgen: Trennung, Kosten, Nachweise

Die Entsorgung ist oft der größte Kostenblock. Wer richtig trennt, spart erheblich.

Warum Trennung so viel ausmacht

Sauber getrennter mineralischer Bauschutt aus Beton, Ziegel und Mauerwerk lässt sich zu Recycling-Baustoffen aufbereiten und ist entsprechend günstig zu entsorgen. Vermischt mit Holz, Kunststoff oder Gips wird daraus Baumischabfall.

Baumischabfall muss aufwendig nachsortiert werden und kostet je Tonne ein Mehrfaches. Bei einem Wohnhaus mit mehreren hundert Tonnen Material summiert sich dieser Unterschied schnell zu einem fünfstelligen Betrag.

Deshalb ist der selektive Rückbau bei größeren Vorhaben nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern schlicht die günstigere Variante.

Was die Gewerbeabfallverordnung verlangt

Die Verordnung schreibt die getrennte Sammlung mehrerer Fraktionen vor: Glas, Kunststoff, Metall, Holz, Dämmmaterial, Bitumengemische, Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik sowie Gips.

Ist eine Trennung im Einzelfall technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar, muss das dokumentiert und begründet werden. Das Gemisch geht dann in eine Vorbehandlungsanlage.

Für Privatpersonen bei kleinen Maßnahmen gelten diese Pflichten nicht in gleichem Umfang. Wirtschaftlich lohnt sich die Trennung trotzdem.

Was mit dem Material passiert

Gebrochener und klassierter Bauschutt wird als Tragschicht, Frostschutzschicht oder Verfüllmaterial eingesetzt. Die zulässigen Einsatzbereiche regelt seit August 2023 bundesweit die Ersatzbaustoffverordnung.

Sie ordnet mineralische Ersatzbaustoffe Materialklassen zu und legt fest, in welchen technischen Bauwerken und unter welchen Bedingungen sie eingebaut werden dürfen. Damit ist ein zuvor uneinheitlicher Länderflickenteppich abgelöst worden.

Metallschrott hat einen eigenen Wert. Bei seriösen Angeboten wird der Erlös gegengerechnet. Fragen Sie ausdrücklich danach, gerade bei Hallen mit Stahltragwerk.

Nachweise, die Sie behalten sollten

Für gefährliche Abfälle ist der Weg vom Erzeuger bis zur Entsorgungsanlage lückenlos zu belegen. Das läuft elektronisch über Begleitscheine im Nachweisverfahren.

Bei Abrechnung nach Gewicht gehören alle Wiegescheine zu Ihren Unterlagen. Auf ihnen stehen Menge und Abfallschlüssel, sodass sich nachvollziehen lässt, wie eine Ladung eingestuft wurde.

Lassen Sie sich diese Belege vor der Schlussrechnung aushändigen. Als Abfallerzeuger bleiben Sie in der Verantwortung, auch wenn ein Unternehmen die Ausführung übernimmt.

Häufige Fragen

Was kostet die Entsorgung von Bauschutt?

Sortenreiner mineralischer Bauschutt ist deutlich günstiger als Baumischabfall, gefährlicher Abfall wie Asbest kostet noch einmal ein Vielfaches. Konkrete Preise nennt Ihnen die regionale Entsorgungsanlage, weil sie stark nach Standort und Anlieferungsmenge schwanken.

Darf ich Bauschutt auf dem eigenen Grundstück verfüllen?

Nur unter engen Voraussetzungen und nur mit geeignetem, unbelastetem Material. Maßgeblich sind Bodenschutzrecht und Ersatzbaustoffverordnung. Klären Sie das vorher mit der unteren Bodenschutzbehörde.

Was ist ein Abfallschlüssel?

Eine sechsstellige Nummer aus der Abfallverzeichnis-Verordnung, die den Abfall einstuft und damit Entsorgungsweg und Preis bestimmt. Ein Sternchen kennzeichnet gefährliche Abfälle.

Wer haftet, wenn falsch entsorgt wurde?

Der Abfallerzeuger bleibt in der Verantwortung. Deshalb sind vollständige Entsorgungsnachweise für Sie als Auftraggeber wichtig und nicht nur Papierkram für das Unternehmen.

Weitere Ratgeber