Abriss in Heringsdorf: Ablauf, Kosten und Vorschriften
Das Wichtigste vorweg: Der größte Kostenfaktor bei einem Abbruch in Heringsdorf ist nicht die Kubatur, sondern die Schadstoffbelastung. Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 gilt ein grundsätzlicher Asbestverdacht.
Abbrucharbeiten in Heringsdorf unterliegen dem Bauordnungsrecht des Landes, dem Abfallrecht des Bundes und dem Gefahrstoffrecht. Was daraus für Ihr Vorhaben folgt, fasst diese Übersicht zusammen.
Heringsdorf hat rund 8.240 Einwohner. Zuständig für die Abbruchanzeige ist in aller Regel die Bauaufsicht des Landkreises, nicht die Gemeinde selbst.
Zur Einordnung: In Heringsdorf gelten Postleitzahlen 17419, 17424, 17429, Vorwahl 038378, Kfz-Kennzeichen OVP. Gerade bei ähnlich klingenden Ortsnamen lohnt der Abgleich, bevor Sie eine Anfahrt planen.
Kriterien für die Auswahl
Wer ohne Ortstermin einen Festpreis nennt, kalkuliert entweder mit hohem Risikoaufschlag oder plant Nachträge ein. Ein seriöses Angebot folgt auf eine Begehung.
Vereinbaren Sie schriftlich, dass Nachträge vor der Ausführung anzuzeigen und von Ihnen freizugeben sind. Sonst erfahren Sie von den Kosten erst zum Schluss.
Berieselung, Planen und Reifenwaschanlage sind bei innerstädtischen Vorhaben oft Auflage. Fehlen sie im Angebot, fehlen sie später auf der Baustelle.
Der Fundamentrückbau wird häufig separat kalkuliert oder ganz vergessen. Prüfen Sie ausdrücklich, ob Bodenplatte und Kellersohle enthalten sind.
Fehlen Unterlagen, beginnt die Wartefrist nicht zu laufen. Klären Sie, wer die Abbruchanzeige einreicht und welche Nachweise beiliegen.
Sobald Schadstoffe im Spiel sind, braucht die aufsichtführende Person eine Sachkunde nach TRGS 519. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
Klären Sie vor dem Abriss per Bauvoranfrage, ob und wie Sie neu bauen dürfen. Ein abgerissenes Gebäude bekommt seinen Bestandsschutz nicht zurück.
Welches Verfahren wann passt
Wer den Ablauf einmal durchdacht hat, erkennt schnell, warum die Vorbereitung länger dauert als die Ausführung. Der eigentliche Abbruch ist der kürzeste Teil des Projekts.
Was zurückgebaut wird
| Objekt | Dauer | Kostenrahmen | Schadstoffrisiko |
|---|---|---|---|
| Brandruine | 1 bis 4 Wochen | projektbezogene Kalkulation | sehr hoch |
| Industriehalle | 3 Wochen bis mehrere Monate | projektbezogene Kalkulation | hoch, zusätzlich Altlasten im Boden möglich |
| Ladenlokal | 1 bis 3 Wochen | 40 bis 100 Euro je Quadratmeter | mittel |
| Scheune | 3 bis 8 Arbeitstage | 8.000 bis 30.000 Euro | mittel bis hoch |
| Schwimmbecken | 2 bis 5 Arbeitstage | 3.000 bis 12.000 Euro | gering |
In Heringsdorf sind die Grundstücke meist gut zugänglich, was den maschinellen Abbruch wirtschaftlich macht. Dafür kann die Entfernung zur Entsorgungsanlage spürbar durchschlagen. Konkret wird der Preis erst nach der Besichtigung. Halten Sie dafür Baujahr, Kubatur und alle vorliegenden Unterlagen bereit.
Was im Gebäude stecken kann
Der Stichtag 31. Oktober 1993 ist die wichtigste Zahl im Gefahrstoffrecht am Bau: Bei allen davor begonnenen Gebäuden ist von asbesthaltigen Materialien auszugehen, bis das Gegenteil nachgewiesen ist. Die Informationspflicht des Veranlassers trifft auch private Eigentümer. Eine Übersicht der relevanten Stoffe steht im Schadstoffbereich.
Der rechtliche Rahmen
Für ein Abbruchvorhaben in Heringsdorf ist die Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern (LBauO M-V) einschlägig, ergänzt um bundesrechtliche Vorgaben zu Abfall und Gefahrstoffen. Die verbindliche Auskunft für Ihr konkretes Vorhaben erteilt die untere Bauaufsichtsbehörde.
Wichtig dabei: Auch wenn die Bauaufsicht nicht beteiligt werden muss, bleiben denkmalrechtliche, artenschutzrechtliche und gefahrstoffrechtliche Pflichten bestehen. Ausführlich steht das im Ratgeber zur Abbruchanzeige.
Benachbarte Gemeinden
Weil die Anfahrt in die Kalkulation einfließt, lohnt der Blick über die Grenzen von Heringsdorf hinaus. Anbieter aus den Nachbargemeinden kommen genauso in Frage.
Häufige Fragen
Wie finde ich einen geeigneten Betrieb?
Über Referenzen im passenden Objekttyp, den Nachweis der Betriebshaftpflicht und, bei Schadstoffen, die Sachkunde nach TRGS 519. Ein Ortstermin vor Angebotsabgabe ist das wichtigste Qualitätsmerkmal.
Muss vor dem Abriss auf Asbest geprüft werden?
Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 besteht nach der Gefahrstoffverordnung ein grundsätzlicher Asbestverdacht. Als Veranlasser müssen Sie dem ausführenden Unternehmen zudem alle vorliegenden Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte übermitteln.
Wer haftet für Schäden am Nachbarhaus?
In der Regel das ausführende Unternehmen über seine Betriebshaftpflicht. Voraussetzung für die Durchsetzung ist eine Beweissicherung, die den Zustand vor Beginn dokumentiert.
Wie lange dauert ein Abbruch?
Der reine Abbruch eines Einfamilienhauses dauert drei bis zehn Arbeitstage. Mit Anzeigefrist, Trennung der Hausanschlüsse und möglicher Schadstoffsanierung sollten Sie insgesamt drei bis sechs Monate einplanen.
Kann ich Teile selbst abreißen?
Bei kleinen verfahrensfreien Bauten ist Eigenleistung denkbar. Sobald Schadstoffe oder tragende Bauteile betroffen sind, ist davon abzuraten. Auch die Entsorgung als Privatperson ist oft teurer als über den Fachbetrieb.