Teilabbruch: Anbau weg, Haus bleibt stehen

Der Teilabbruch ist technisch anspruchsvoller als ein Komplettabbruch. Diese Punkte entscheiden über das Ergebnis.

Warum Teilabbruch aufwendiger ist

Beim Komplettabbruch darf alles fallen. Beim Teilabbruch muss jeder Arbeitsschritt so geführt werden, dass der verbleibende Teil jederzeit standsicher bleibt. Das schließt viele schnelle Verfahren aus.

Statt mit dem Hydraulikhammer wird häufig mit Säge und Zange gearbeitet, weil Erschütterungen die verbleibende Substanz schädigen können. Das kostet Zeit und Geld.

Hinzu kommt die neue Außenkante: Sie muss verschlossen, gedämmt und abgedichtet werden. Diese Position gehört ins Angebot und wird oft vergessen.

Was vorher nachzuweisen ist

Der Standsicherheitsnachweis für die verbleibenden Bauteile ist der zentrale Punkt. Er stammt von einer bautechnisch qualifizierten Person und gehört in vielen Ländern zur Abbruchanzeige.

Bei angebauter Bebauung kommt der Nachweis für das Nachbargebäude hinzu. Wird eine gemeinsame Wand berührt, sind zusätzlich die zivilrechtlichen Verhältnisse zu klären.

Die Beweissicherung am Nachbargebäude sollte vor Beginn erfolgen, mit Fotos, Rissprotokoll und gegebenenfalls Messmarken. Ohne diese Dokumentation stehen Sie bei späteren Schadensbehauptungen schlecht da.

Geeignete Verfahren

Die Seilsäge trennt auch stark bewehrte Bauteile nahezu erschütterungsfrei und liefert exakte Kanten. Sie kostet 90 bis 250 Euro je Quadratmeter Schnittfläche, ist bei angebauter Bebauung aber oft alternativlos.

Die Wandsäge eignet sich für gerade Schnitte in üblichen Wandstärken, das Kernbohrgerät für Durchbrüche und für Reihenbohrungen als Trennlinie.

Nach dem Trennschnitt wird der abgetrennte Bereich konventionell mit Zange und Greifer zurückgebaut. Die erschütterungsarmen Verfahren beschränken sich auf die kritische Schnittstelle.

Der Anschluss danach

Die freigelegte Wand war vorher eine Innenwand. Sie ist weder gedämmt noch für Bewitterung ausgelegt und braucht einen fachgerechten Aufbau aus Abdichtung, Dämmung und Wetterschutz.

Auch Dach- und Sockelanschluss müssen neu hergestellt werden. Diese Arbeiten sind selten Teil des Abbruchgewerks und werden häufig von einem anderen Betrieb ausgeführt.

Klären Sie vorab, wer den provisorischen Wetterschutz übernimmt und wie lange er halten muss. Zwischen Abbruch und Fassadenarbeiten liegen oft Wochen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Teilabbruch?

Meist 90 bis 180 Euro je Kubikmeter, also spürbar mehr als beim Komplettabbruch. Hinzu kommen Trennschnitte nach Quadratmeter Schnittfläche und die Herstellung des neuen Außenwandanschlusses.

Braucht ein Teilabbruch eine Anzeige?

In den meisten Ländern ja, weil ein Teil einer baulichen Anlage betroffen ist. Häufig ist zusätzlich die Bestätigung über Standsicherheit und Sicherungsmaßnahmen beizufügen.

Kann ich einen Anbau abreißen, ohne das Hauptgebäude zu beschädigen?

Ja, mit dem richtigen Verfahren. Entscheidend sind ein sauberer Trennschnitt, die Prüfung der Standsicherheit und ein fachgerechter Verschluss der Schnittkante.

Wer zahlt Schäden am Nachbargebäude?

Die Betriebshaftpflicht des ausführenden Unternehmens. Voraussetzung für die Durchsetzung ist allerdings eine Beweissicherung, die den Zustand vor Beginn dokumentiert.

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