Abriss in München: Ablauf, Kosten und Vorschriften
Kurz gesagt: Vergleichbar werden Angebote in München erst mit einem Leistungsverzeichnis und einem Schadstoffkataster. Ohne beides vergleichen Sie Zahlen, die sich auf unterschiedliche Leistungen beziehen.
Wer in München ein Gebäude zurückbauen lässt, steht vor denselben Fragen wie überall: Welches Verfahren passt, was verlangt die Bauaufsicht und woran erkennt man ein belastbares Angebot. Diese Seite ordnet ein, worauf es bei der Auswahl vor Ort ankommt.
München zählt rund 1.510.378 Einwohner. In dieser Größenordnung ist die Zahl der Anbieter kein Problem, wohl aber die Auswahl: Das Spektrum reicht vom Spezialbetrieb für Innenstadtrückbau bis zum überregionalen Konzern. Entscheidend ist, ob ein Anbieter Erfahrung mit Ihrem Objekttyp hat.
Für die Recherche hilfreich: München führt Postleitzahlen 80331–81929, 85540, Vorwahl 089, Kfz-Kennzeichen M, MUC.
Woran Sie einen geeigneten Betrieb erkennen
Vereinbaren Sie schriftlich, dass Nachträge vor der Ausführung anzuzeigen und von Ihnen freizugeben sind. Sonst erfahren Sie von den Kosten erst zum Schluss.
Trennung der Hausanschlüsse, Anzeigefrist, Sanierung, Abbruch: Lassen Sie sich die Kette mit Terminen geben, damit Verzögerungen sichtbar werden.
Metall hat einen Wert. Bei Hallen und Gebäuden mit viel Stahl sollte im Angebot stehen, ob Erlöse gegengerechnet werden.
Wer ohne Ortstermin einen Festpreis nennt, kalkuliert entweder mit hohem Risikoaufschlag oder plant Nachträge ein. Ein seriöses Angebot folgt auf eine Begehung.
Sobald Schadstoffe im Spiel sind, braucht die aufsichtführende Person eine Sachkunde nach TRGS 519. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
Nach dem Rückbau muss die Grube lagenweise verfüllt und verdichtet werden. Material, Einbau und Verdichtungsnachweis sind eigene Positionen.
Notieren Sie beim Ortstermin, welche Themen der Anbieter von sich aus anspricht. Wer Artenschutz, Leitungsauskunft und Verfüllung erwähnt, arbeitet routiniert.
Verfahren im Überblick
Die Reihenfolge ist in aller Regel dieselbe: Erkundung, Anzeige, Trennung der Hausanschlüsse, Schadstoffsanierung, Entkernung, Abbruch, Fundamentrückbau, Verfüllung. Verschieben lässt sich daran wenig, weil jeder Schritt den nächsten voraussetzt.
Häufige Objekte und ihr Aufwand
| Objekt | Dauer | Kostenrahmen | Schadstoffrisiko |
|---|---|---|---|
| Ladenlokal | 1 bis 3 Wochen | 40 bis 100 Euro je Quadratmeter | mittel |
| Einfamilienhaus | 3 bis 10 Arbeitstage ohne Schadstoffsanierung | 15.000 bis 35.000 Euro | hoch bei Baujahr vor 1993 |
| Carport | wenige Stunden bis ein Arbeitstag | 500 bis 2.000 Euro | gering |
| Industriehalle | 3 Wochen bis mehrere Monate | projektbezogene Kalkulation | hoch, zusätzlich Altlasten im Boden möglich |
| Innenwände | 1 bis 3 Arbeitstage je Wohnung | 30 bis 80 Euro je Quadratmeter | mittel |
Rechnen Sie in München mit Preisen im oberen Bereich der üblichen Spanne. Ursache sind Rangierprobleme, knappe Stellflächen für Container und der häufigere Einsatz erschütterungsarmer Verfahren. Belastbare Zahlen nennt Ihnen nur ein Betrieb nach der Objektbesichtigung. Preislisten einzelner Unternehmen führen wir bewusst nicht, weil jedes Objekt anders kalkuliert wird.
Schadstoffe im Bestand
Seit der Novelle der Gefahrstoffverordnung ist die Ausgangslage klar: Gebäude mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 gelten als asbestverdächtig. Der Verdacht lässt sich nur durch Erkundung ausräumen, nicht durch Augenschein. Eine Übersicht der relevanten Stoffe steht im Schadstoffbereich.
Anzeige, Genehmigung und Zuständigkeit
München gehört zu Bayern. Ob eine Beseitigung verfahrensfrei, anzeige- oder genehmigungspflichtig ist, richtet sich nach der Bayerische Bauordnung (BayBO). Die verbindliche Auskunft für Ihr konkretes Vorhaben erteilt die untere Bauaufsichtsbehörde.
Verfahrensfreiheit nach der Bauordnung entbindet nicht von Denkmalschutz, Artenschutz und Gefahrstoffrecht. Diese Vorschriften gelten unabhängig davon, ob die Bauaufsicht beteiligt wird. Ausführlich steht das im Ratgeber zur Abbruchanzeige.
Orte in der Umgebung
Weil die Anfahrt in die Kalkulation einfließt, lohnt der Blick über die Grenzen von München hinaus. Anbieter aus den Nachbargemeinden kommen genauso in Frage.
- Unterföhring
- Unterhaching
- Taufkirchen
- Neubiberg
- Ottobrunn
- Grünwald
- Pullach im Isartal
- Gräfelfing
- Aschheim
- Planegg
Häufige Fragen
Muss vor dem Abriss auf Asbest geprüft werden?
Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 besteht nach der Gefahrstoffverordnung ein grundsätzlicher Asbestverdacht. Als Veranlasser müssen Sie dem ausführenden Unternehmen zudem alle vorliegenden Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte übermitteln.
Was passiert mit dem Bauschutt?
Sortenreiner mineralischer Bauschutt wird zu Recycling-Baustoffen aufbereitet. Die zulässigen Einsatzbereiche regelt seit August 2023 die Ersatzbaustoffverordnung. Vermischtes Material muss aufwendig nachsortiert werden und kostet deutlich mehr.
Wer haftet für Schäden am Nachbarhaus?
In der Regel das ausführende Unternehmen über seine Betriebshaftpflicht. Voraussetzung für die Durchsetzung ist eine Beweissicherung, die den Zustand vor Beginn dokumentiert.
Was kostet eine Schadstofferkundung?
Für ein Einfamilienhaus meist im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Gegenüber den Nachträgen, die ohne Erkundung entstehen, ist das ein kleiner Betrag.
Wie lange dauert ein Abbruch?
Der reine Abbruch eines Einfamilienhauses dauert drei bis zehn Arbeitstage. Mit Anzeigefrist, Trennung der Hausanschlüsse und möglicher Schadstoffsanierung sollten Sie insgesamt drei bis sechs Monate einplanen.